Regie: Cayan Demirel
Türkei 2006, 67 min, Türkisch / Zazaki, OmU
Die Stimme des kollektiven Stillschweigens und des Vergessens trägt den Titel "38", des Jahres des Massakers im nordkurdischen Dersim. Diejenigen, die es überlebt haben, ziehen es vor zu schweigen. Die tief verwurzelte Angst vor erneuten Repressalien trägt dazu bei, dass das erlebte Trauma kollektiv aufrecht erhalten wird und wie ein sorgfältig gehütetes Geheimnis im Verborgenen bleibt. Der aus Dersim stammende kurdische Regisseur Cayan Demirel möchte dieses Trauma transparent machen und damit zu einer geschichtlichen Berichtigung und Aufarbeitung beitragen.
Regie: Murat Balki
Türkei 2006, 48 min,Türkisch, OmeU
Der Film berichtet über die Zerstörung von Gecekondus, über Nacht errichteten Häusern in Istanbul.
Regie: Orsola Casagrande, Bibi Bozzato
Italien 2007, 40 min, Türkisch, OmeU
Dieser Dokumentarfilm portraitiert die kurdische Band "Koma Berxwedan" und zeigt gleichzeitig die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes. "Koma Berxwedan" ist eine der interessantesten, experimentierfreudigsten und innovativsten Bands in der kurdischen Musikszene. Man könnte sie eine offene Band nennen, in der die Musikerinnen und Musiker wahlweise oder nach Bedarf zusammenkommen, und sozusagen "austauschbar" sind. Neben der Liebe zur Musik sind für "Koma Berxwedan" die politischen Aussagen ihrer Lieder wesentlich.
Regie: Yüksel Yavuz
Deutschland 2007, 104 min, Kurdisch / Türkisch, OmU
In diesem Dokumentarfilm verknüpft der Regisseur Yüksel Yavuz seine persönliche Geschichte als Immigrant mit dem aktuellen Stand des türkisch-kurdischen Konflikts. Seine Reise beginnt in Hamburg, wo er heute lebt, führt ihn nach Stockholm und in die Türkei und endet im Flüchtlingslager Maxmûr im irakischen Kurdistan. Nach dem Besuch bei seinen Eltern im Dorf begegnet er Verwandten, alten Freunden und anderen Protagonisten in Ankara, Istanbul, Diyarbakir, ländlichen Gebieten und im kurdischen Teil des Iraks. Auf seinem Weg trifft er auf unterschiedliche Menschen und ihre Schicksale – Menschen, die teils noch in der Türkei, teils auch im europäischen Exil leben. Einer seiner Protagonisten ist Dr. İsmail Beşikçi, der auf Grund seiner Forschungen auf dem Gebiet der kurdischen Kultur 17 Jahre in türkischen Gefängnissen verbracht hat. Auf der anderen Seite gibt es Abdulkadir Ayğan, der für einige Jahre als Contra-Guerilla im schmutzigen Krieg gegen die kurdischen Oppositionellen gekämpft hat. Der Film erzählt eine Geschichte, die politische Fakten mit persönlichen Schicksalen verbindet. (www.closeup-Kurdistan.de)
Festivals: 2008 Human-Rights-Filmfestival Montreal
2008 Crossing-Europe-Filmfestival Linz
Regie:Faysal Dagli
Deutschland 2005, 42 min, Kurdisch
Dieser Dokumentarfim durchleuchtet Karl Mays Roman "Durchs wilde Kurdistan", dessen Beschreibungen über Kurdistan und den Nahen Osten mit langen Abenteuern verflochten sind. Seine Erzählungen schildern meist Jagden auf Löwen, blutige Szenen, Piraterie, Berg- und Wüstenräuber, kämpfende Volksstämme, Tötungen, merkwürdige Glaubensvorstellungen, interessante religiöse Rituale, das plündernde und erbarmungslose osmanische Heer sowie diebische, bestechliche Beamte und geisliche Führer.
Nabaz Ahmed
Irak 2007, 33 min, Kurdisch, OmeU
"...und dann haben sie Asche draufgetan...", berichten die Frauen in diesem Dokumentarfilm über weibliche Genitalbeschneidung im kurdischen Nordirak. Der einfühlsame Film mit seiner sorgfältig beobachtenden Kameraführung ermöglicht einen Blick auf das Grauen, der ohne Sensationsgier und blutige Szenen auskommt.
Regie: Buket Aydin
Türkei 2007, 60 min, Türkisch / Zazaki, OmU
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der in der Bergregion von Dersim lebte. Die Menschen in dieser Region waren Anhänger der mystischen Religion der Aleviten. Firik Dede ist einer der alten Vertreter dieses Glaubens, doch die Welt um ihn herum hat sich verändert.
Regie: Yusuf Yesilöz
Schweiz 2008, 53 min, Deutsch / Türkisch / Georgisch, OmU
Zwei Musikerinnen und ein Musiker, deren Lebensgeschichten unterschiedlicher nicht sein könnten - doch verbindet sie nicht nur eine musikalische Leidenschaft, die sie mit ihren Lebenspartnerinnen und -partnern teilen. Alle drei brachen in ihrer Heimat erfolgreiche Karrieren ab und müssen sich in der Schweiz neu zurechtfinden. Die Pianistin Tamriko Kordzaia aus Georgien unterrichtet neben ihren Konzerten an einer Musikschule, der Komponist und Sänger Samir Essahbi aus Marrokko tritt mit seiner Band regelmäßig auf und die Sängerin Ülkü Fazilet Bozkurt aus der Türkei beginnt nun wieder öffentlich aufzutreten. Eine einfühlsame Annäherung an leidenschaftliche Musikerinnen und Musiker und ihren Neuanfang in der Migration.
Regie :Karzan Sherabayani
Grotbritannien / USA / Irakisch-Kurdistan 2006, 90 min, Kurdisch, OmeU
Es ist dreißig Jahre her, dass der 14 Jahre alte Junge Karzan Sherbayani von der Geheimpolizei des Saddam-Regimes verhaftet und gefoltert wurde. Sein einziges Verbrechen war es, ein Kurde zu sein. Nach 25 Jahren im Exil reist Karzan, nun ein britischer Staatsbürger, an seinen Heimatort zurück, um an den ersten demokratischen Wahlen im Irak teilnehmen zu können. Nachdem er für eine solch lange Zeit aus der eigenen Heimat verbannt war, macht sich Karzan auf den Weg durch Kirkuk. Er fragt einige Leute aus Kirkuk, ob der westlich eingeschlagene Weg, den Kirkuk beschreitet, der unvermeidbar zu einem getrennten Irak führen oder einen blutigen Bürgerkrieg hervorrufen wird, für sie akzeptabel ist.
Regie: Annegriet Wietsma
Niederlande 2007, 70 min, Niederländisch / Deutsch / Türkisch / Kurdisch, OmeU
Im Fokus dieses Films steht Nuriye Kesbir, die sich seit ihrem Eintritt in die Arbeiterpartei Kurdistans Sozdar - "Eine die ihr Versprechen lebt" - nennt. 2001 kam Nuriye Kesbir aus den kurdischen Bergen in die Niederlande, um in Europa die Emanzipation der kurdischen Frauen und die neue Strategie der PKK mit Kurdinnen und Kurden zu diskutieren. Am Flughafen Schiphol wurde sie aufgrund eines Auslieferungsverfahrens der Türkei festgenommen und inhaftiert. Annegriet Wietsma wurde auf Nuriye Kesbir aufmerksam und begleitete sie viereinhalb Jahre durch diverse Gerichtsverfahren, Gefängnisaufenthalte und auf ihrer Rückkehr nach Kurdistan im Jahr 2006.
Festivals: 2007 Internationales Filmfestival Amsterdam
Regie: Christoph Walder
Österreich 2008, 60min, Deutsch
Ilisu: ein kleines Bergdorf mit wenigen hundert Einwohnern. Es liegt im Südosten der Türkei, malerisch an den Ufern des Tigris. Ilisu ist auch der Name für eines der umstrittensten Bauvorhaben der Welt. Das Dorf Ilisu soll geschliffen werden und einem gigantischen Staudamm Platz machen, um den Tigris samt Seitenflüssen auf mehreren hundert Kilometern aufzustauen. Über 200 Siedlungen wären von dem Stausee betroffen, mehr als 95 davon würden darin versinken. Zehntausende Menschen müssten umsiedeln und ihre zum Teil seit Jahrtausenden bewohnten Orte zurücklassen. So auch die antike Stadt Eskîf (Hasankeyf) im Herzen Kurdistans. Seit 11.000 Jahren ist sie dauerhaft besiedelt, hat Kriege zwischen Persern, Römern und Osmanen überstanden. Nun soll sie unter den Wassermassen verschwinden und mit ihr ein Stück abend- und morgenländischer Geschichte.
Regie: Halil Uysal, 2007, 50 min, Kurdisch
In dem letzten Dokumentarfilm von Halil Uysal, der bisher noch nirgends zu sehen war, geht es um den Sohn eines Dengbêjs, eines traditionellen kurdischen Sängers, der in einer Art Sprechgesang Epen vorträgt.) Der Sohn dieses Dengbêjs wird selbst Dengbêj, geht dann aber in die kurdischen Berge, die ein Symbol für die Freiheitssehnsucht der Kurden sind.

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Close up Kurdistan

Durchs Wilde Kurdistan

İnsan-i Kamil (“Der Weise im Tal”)

Sozdar - Eine, die ihr Versprechen lebt