Innerhalb des Festivalprogramms gibt es vier Filmreihen zu ausgewählten Themen:
Das irakische Kurdistan hat nach der neuen irakischen Verfassung einen offiziellen Status als Bundesstaat innerhalb des Iraks. Nichtsdestotrotz drehen kurdische Filmemacherinnen und Filmemacher schon seit 1991 ihre Filme in der Region. Diese Reihe soll die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Irakisch-Kurdistan der letzten 15 Jahre nachzeichnen. Unter anderem werden Filme wie “Half Moon” von Bahman Ghobadi” und “Dol“ von Hiner Saleem gezeigt.
Mit dieser Filmreihe möchten wir das Interesse des Publikums besonders auf die Arbeiten von kurdischen Filmemacherinnen lenken. Außerdem soll diese Reihe traditionelle und moderne Lebensweisen kurdischer Frauen und Männer in Heimat und Exil vermitteln. Im Rahmen dieser Reihe wird unter anderem der jüngste Film der Istanbuler Regisseurin Buket Aydin "Insani-i Kamil” (“Der Weise im Tal") gezeigt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der in der Bergregion von Dersim lebte. Die Menschen in dieser Region waren Anhänger der mystischen Religion der Aleviten. Firik Dede ist einer der alten Vertreter dieses Glaubens, doch die Welt um ihn herum hat sich verändert.
Wie in allen Kriegen werden auch in Kurdistan Kinder unschuldig von der Gewalt getroffen. Mit dieser Filmreihe wollen wir auf die Schicksale dieser Kinder in Kurdistan aufmerksam machen. So erzählt etwa der Kurzfilm "Uğur Kaymaz" von Burkay Doğan über einen zwölfjährigen Jungen, der zusammen mit seinem Vater von den türkischen Sicherheitskräften erschossen wird, oder "Angels Die in the Soil" von Babak Amini über ein Mädchen, das vom Verkauf von aus dem Iran-Irak-Krieg übrig gebliebenen Knochen lebt und eines Tages zusammen mit einem amerikanischen Soldaten auf Terroristen trifft.
Innerhalb dieser Reihe werden Filme gezeigt, die den Wandel der Menschenrechtssituation, insbesondere die Entwicklung des türkisch-kurdischen Konflikts und der kurdischen Identität in der aktuellen Situation des EU-Beitrittslandes Türkei, fokussieren. In seinem ersten Dokumentarfilm “38” bringt Cayan Demirel die letzten Zeitzeugen des Massakers von Dersim, einer Region im türkischen Teil Kurdistans, von 1937/38 vor die Kamera. Der in Deutschland lebende Filmemacher Yüksel Yavuz verknüpft in seinem Dokumentarfilm “Close-up Kurdistan” seine persönliche Geschichte als Immigrant mit dem aktuellen Stand des türkisch-kurdischen Konflikts.

