"Al-Anfal" ist der Titel der achten Sure des Korans. Dem Propheten Muhammad wurde offenbart, wie die von den Muslimen im Krieg gegen die Ungläubigen gemachte Beute, auf die Seinigen verteilt werden soll. Dabei ging es um deren Familien und deren Besitz, auch um Frauen und Kinder. Der irakische Diktator Saddam Hussein erliess ein Dekret, in dem er seinen Cousin Ali Hassan Al-Majid bevollmächtigte, den "totalen Krieg" gegen das kurdische Volk zu führen. In Anlehnung an die achte Sure des Korans nannte er diesen Krieg "Al-Anfal". Der Dokumentarfilm Al-Anfal bringt Licht in einen vergessenen Krieg, den Saddam Hussein in den Jahren 1988 bis 1991 gegen das kurdische Volk führte.
Al-Anfal zeigt mit was für Methoden Hussein und seine Baath- Partei kämpften und gibt den Opfern eine Stimme. Der Film dokumentiert mit umfangreichem Archivmaterial den Terror, dem 182'000 Kurdinnen und Kurden zum Opfer fielen.
"Wir mussten uns in eine Reihe stellen und losmarschieren. Die Soldaten gingen neben uns her. Als wir an der Stelle ankamen, schrie der eine Leutnant auf Arabisch: "Stillstehen und umdrehen!" Gleichzeitig befahl er seinen Soldaten: "Schiessen!"
Das Baath-Regime im Irak ist heute verschwunden; das Regime der Schwester-Partei ist aber in Syrien immer noch an der Macht.